Der Hauskauf in Italien ist für viele ein Lebenstraum – Sonne, Olivenbäume, ein Glas Wein auf der Terrasse.
Viele, die mich anschreiben, haben genau dieses Bild vor Augen. Und das ist wunderschön.
Doch zwischen dem Traum vom Haus in Italien und der Realität liegt oft ein schmaler Grat.
Unklare Vorstellungen beim Hauskauf in Italien
„Ich möchte einfach irgendwo in Italien leben.“
Das höre ich häufig – und es ist verständlich. Wer Italien liebt, kann sich in vielen Regionen wohlfühlen. Aber genau das wird zum Problem, wenn man nicht weiß, was man wirklich sucht.
Ein Dorfhaus am Berg ist etwas ganz anderes als eine Wohnung in Ligurien oder ein Rustico in Umbrien.
Bevor du suchst, frag dich: Wie will ich leben?
Ganzjährig oder nur saisonal? Ruhig oder lebendig? Küstennah oder im Hinterland?
Je klarer du dein Lebensmodell kennst, desto gezielter kannst du suchen – und Fehlkäufe vermeiden.
Keine Strategie
Viele kaufen impulsiv: Sie sehen ein schönes Haus, verlieben sich – und dann soll es schnell gehen.
Doch gerade beim Hauskauf in Italien zeigt sich schnell, wie wichtig ein klarer Plan ist. Ohne Plan wird der Traum teuer. Mach dir früh Gedanken über dein Budget, deine Finanzierung und deine zeitlichen Abläufe.
In Italien dauern Bankprozesse, Grundbucheintragungen und Renovierungen oft länger als gedacht.
Plane also mit Puffer – und mit Geduld.

Emotion statt Realität
Das Haus am Hang mit Zypressenallee, der verwunschene Innenhof, die Aussicht aufs Meer – das alles wirkt wie ein Versprechen. Aber Emotion darf nicht die einzige Entscheidungsgrundlage sein.
Prüfe Lage, Substanz, Erreichbarkeit, Nachbarschaft.
Manchmal ist das charmante Rustico nur im Sommer erreichbar oder der Traum vom Alleinsein bedeutet: kein Internet, kein Nachbar, kein Arzt weit und breit.
Zusatzkosten realistisch einschätzen
Gerade beim Hauskauf in Italien gehen viele Käufer davon aus, dass der Kaufpreis die zentrale Größe ist. Tatsächlich entscheidet aber erst die Summe aller Nebenkosten darüber, ob ein Objekt langfristig tragfähig ist.
Welche Nebenkosten du beachten solltest:
- Notar
- Steuern
- Übersetzungen
- Geometra, Architekt
- Renovierungsreserven
- Gebühren.
Oft summiert sich das – schnell auf zehn bis fünfzehn Prozent des Kaufpreises.
Wenn du diese Kosten von Anfang an realistisch einplanst, vermeidest du finanzielle Engpässe – und unangenehme Überraschungen nach der Unterschrift. Sie entscheiden, ob dein Haus später Freude oder Stress bedeutet.
Umfeld nicht prüfen
Viele Herausforderungen entstehen beim Hauskauf in Italien nicht durch das Objekt selbst, sondern durch das Umfeld.
Man konzentriert sich auf das Haus – nicht auf das, was drumherum passiert.
Wie ist die Nachbarschaft? Gibt es regelmäßige Märkte, öffentliche Verkehrsmittel, offene Geschäfte im Winter?
In touristischen Regionen ist vieles nur saisonal.
Sprich mit Einheimischen, fahr im November hin, geh durch die Straßen, hör hin.
So erfährst du, wie sich das Leben dort wirklich anfühlt.
Unterlagen nicht verstehen
In Italien gibt es Dokumente, die beim Kauf zwingend geprüft werden müssen – Katasterauszug, Energieausweis, Baugenehmigungen, Schuldenfreiheit.
Viele Käufer verlassen sich auf Aussagen des Maklers.
Aber: Nicht alles, was „in Ordnung“ scheint, ist auch vollständig dokumentiert.
Ein erfahrener Geometra oder Anwalt erkennt sofort, ob etwas fehlt – und das spart später viel Geld und Nerven.

Ohne Experten handeln
„Ich schaffe das schon selbst“ – dieser Satz führt in Italien oft ins Abenteuer.
Ein Geometer, Anwalt oder Notar kosten Geld, ja.
Aber sie bewahren dich vor den wirklich teuren Fehlern.
Gerade beim ersten Kauf ist professionelle Begleitung kein Luxus, sondern Schutz.
Fazit
Ein Haus in Italien passt nicht zu jeder Lebensphase und nicht zu jedem Lebensmodell.
Wer Flexibilität, Geduld und Offenheit für andere Abläufe mitbringt, erlebt den Kaufprozess oft als bereichernd.
Wer hingegen schnelle Entscheidungen, klare Zuständigkeiten und sofortige Ergebnisse erwartet, empfindet den Hauskauf in Italien schnell als belastend.
Klarheit über die eigenen Erwartungen ist deshalb einer der wichtigsten Schritte vor dem Kauf.
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Gitta Eckl-Reinisch ist unabhängige Beraterin für den Immobilienkauf in Italien. Als öffentlich bestellte und beeidigte Übersetzerin (LG München I), Verhandlungsdolmetscherin und mit mehreren Masterabschlüssen in Fachübersetzungen italienischen Rechts und interkultureller Kompetenz begleitet sie seit über 20 Jahren komplexe Kaufprozesse – ohne Maklerfunktion.
1997 hat sie im Valle dei Laghi im Trentino selbst eine historische Immobilie gekauft. Heute lebt sie teils in Italien, teils in München. In diesem Blog erklärt sie Kaufabläufe, Dokumente und typische Fehler beim Immobilienkauf in Italien auf.
Beachte bitte:
Wir sind keine Immobilienmakler. Wir arbeiten aber mit einem Netzwerk an italienischen Immobilienmaklern zusammen, die uns nur solche Immobilien anbieten, die den Wünschen unserer Kunden entsprechen. Hier erfährst du mehr über ItalViva.



